Sprungbrett für Pianisten

Internationaler KlavierwettbewerbNoch bis zum 31.08.2007 findet das Finale der 56. Ausgabe des Internationalen Klavier-Wettbewerbs Ferruccio Busoni in Bozen statt.
Der Gewinn dieses Wettbewerbs ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen, die ein Pianist erhalten kann und hat dadurch schon vielen Künstlern den Durchbruch zu einer internationalen Karriere verholfen.

Bereits im Sommer 2006 haben die Vorausscheidungen zu diesem Bewerb stattgefunden, bei denen aus 120 Kandidaten aus der ganzen Welt 24 Finalisten ermittelt wurden. 10 Männer und 14 Frauen wurden zugelassen, welche zwischen 1978 und 1986 geboren sind. Zu diesen 24 Finalisten, die im Rahmen der Vorausscheidungen des vergangenen Jahres ausgewählt wurden, kommen, wie es das Reglement des Wettbewerbes erlaubt, zwei weitere Kandidaten hinzu, die als Preisträger bei anderen Wettbewerben der Fédération Mondiale des Concours Internationaux de Musique Cinque hervorgegangen sind. Als KlavierfestivalHerkunftsländer der Kandidaten finden sich die Ukraine (fünf Kandidaten), Russland (vier Kandidaten), Korea (vier Kandidaten), Italien (drei Kandidaten) Japan (zwei Kandidaten), Frankreich, Kroatien, Georgien, Deutschland und China (je ein Kandidat).
Jeder Kandidat präsentiert sich mit einem frei gewählten Programm. Verpflichtend ist nur ein Werk von Busoni. Die Jury möchte den Teilnehmern so die Möglichkeit bieten,
sich nicht nur durch die Aufführung, sondern auch durch die Auswahl des Musikprogramms zu beweisen. Für die Prüfungen mit Orchester steht ein Mozart-Konzert, begleitet von der Streicherakademie Bozen, auf dem Programm. Die drei Finalisten werden zusammen mit dem Haydn-Orchester das Auftragswerk „Sotto voce 2, Capriccio für Klavier und kleines Orchester“ (2007) von Wolfgang Rihm in Italien erstaufführen.

Bewerb der SuperlativeFerruccio Busoni, nach dem der Internationale Klavierwettbewerb benannt ist, war der Sohn eines italienischen Klarinettenvirtuosen und einer deutschen Pianistin, wuchs zweisprachig auf und gab mit 10 Jahren sein Debüt als Pianist, Komponist und Improvisator in Wien. 1881 trat er im Alter von 15 Jahren der Accademia Filarmonica in Bologna bei. Ab 1886 unterrichtete er in Leipzig, ab 1888 war er Klavierlehrer am Konservatorium in Helsinki, danach in Moskau (1890-1891) und Boston (1891-1894). 1894 ließ er sich endgültig in Berlin nieder, während des ersten Weltkrieges lebte er im Exil in Zürich. Von 1920 bis zu seinem Tod unterrichtete er an der Berliner Akademie der Künste eine Meisterklasse in Komposition. Bis zu seinem Tode wohnte Busoni in Berlin-Schöneberg am Viktoria-Luise-Platz 11, wo eine Gedenktafel an ihn erinnert.
Sein Grab, welches Georg Kolbe (1877-1947) gestaltete, befindet sich auf dem Friedhof in der Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau. Er gab die gesamten Klavierwerke von beispielsweise Johann Sebastian Bach und Franz Liszt heraus; als Dirigent lag ihm zeitgenössische Musik am Herzen.

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